post-title Das Harmonium
auf dem Flugplatz https://www.hirzenhain.net/wp-content/uploads/Harmonium-.jpg 2018-03-11 07:28:06 yes no Posted by Categories: Anekdoten

Das Harmonium
auf dem Flugplatz

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Das Harmonium <br/>auf dem Flugplatz

Ob sich die Geschichte tatsächlich so zugetragen hat wie sie heute noch kolportiert wird, lässt sich nicht mehr mit letzter Gewissheit sagen. Erzählt werden muss sie aber trotzdem. Als die evangelische Ortskirche 1982 umfassend saniert wurde, hatte die Gemeinde für ihre Gottesdienste im nahegelegenen Vereinshaus des Vereins für Innere Mission Aufnahme gefunden. War zwar eng hier, aber es ging. Um mehr Platz zu schaffen, wurde das alte Harmonium vorübergehend ausgelagert, und zwar nach Absprache in die Segelflughalle am Sonderlandeplatz.

Dort stand das altehrwürdige Instrument in einem Winkel der Werkstatt. Bis Reinhard Göst, damals zweiter Vorsitzender des SFC, fast darüber gestolpert wäre. Der Mann wusste nichts von dem Deal und ließ das sperrige Teil, den Wert des als Klimperkasten identifizierten Instrumentes völlig verkennend, kurzerhand entfernen. Schließlich, so die Überlegung des Vereinsfunktionärs, sollten die Kameraden hier ja fliegen und nicht Musik machen.

Das Teil wurde draußen auf einem improvisierten Schuttabladeplatz entsorgt. Der befand sich dort, wo heute der zweite Flugzeughangar steht. Und es dauerte nicht lange, bis ein Holzsammler aus dem Dorf, der sich hier regelmäßig mit Brennholz eindeckte, das Aerophon in handliche Einzelteile zersägte und abtranportierte.

Dem Ortspfarrer platzte, als er von diesem Frevel hörte, der Kragen. Er stellte Göst zur Rede, um ihm gehörig den Kümmel zu reiben. Der Reinhard, sich keiner Schuld bewusst, unterbrach die Tirade des Geistlichen mit folgendem Vergleich: „Reg daich nit so off. Aich will net wesse, was Dau saah dätst, wenn dau Sonndoagsmojets doi Kirche offschlisst en uin Kranich* dät dort vierm Altar stieh!“ Zu Deutsch: “Reg’ Dich nicht so auf. Ich will nicht wissen, was Du sagen würdest,  wenn Du Sonntagsmorgens die Kirche aufschließt und unser Kranich parkt dort vor dem Altar”.

*Besagter “Kranich” war ein doppelsitziges Segelflugzeug

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