post-title Der CVJM https://www.hirzenhain.net/wp-content/uploads/1-CVJM-1.jpg 2018-02-01 17:08:52 yes no Posted by Categories: Ortsvereine

Der CVJM

Posted by Categories: Ortsvereine
Der CVJM


Die in zweijährigem Turnus organisierten Jungscharfreizeiten des Hirzenhainer CVJM gründen auf eine lange Tradition – und sind in der Regel in kürzester Zeit ausgebucht. Dieses Foto entstand 2008 in Eppe. Die Teilnehmer erlebten interessante, unbeschwerte, spannende und lehrreiche Tage.

Der Mann hieß Alfred Simon Lebeau. Und er war Pfarrer in Hirzenhain. Von 1904 bis 1912. Und so richtig einverstanden mit dem, was da in seiner Gemeinde ablief, waren er (und andere) nicht. Um es mal vorsichtig auszudrücken: In den Wirtshäusern des Dorfes ging es Anfang des vorigen Jahrhunderts drunter und drüber – unter aktiver Beteiligung der örtlichen Jugend. Dem Einhalt zu gebieten bzw. dieser Art von “Freizeitbeschäftigung” eine sinnvollere, kreativere und durchaus auch geistliche Alternative entgegen zu setzen, war der Hauptgrund, der besagten Theologen über die Gründung eines “Jünglingvereins” nachdenken ließ.
Selbiger wurde schließlich anno 1908 aus der Taufe gehoben. Damit ist diese Gruppierung nach dem Posaunenchor und den Gartenbauern der zweitälteste noch existierende Verein des Dorfs. Auch wenn er heute anders heißt, nämlich CVJM. Dahinter verbirgt sich der “Christliche Verein junger Menschen”. Weil dessen Klientel in den Anfangsjahren ausschließlich aus Buben bestand, hatte sich das zunächst auch so in der Namensgebung niedergeschlagen. Da war zunächst nur von “jungen Männern” die Rede gewesen. Anfang der 30er Jahre wurde der Evangelische Jungmännerbund daraus, erst 1976 sollte der aktuelle Name greifen. Dies auch, weil die Mädels in den Jahr-zehnten zuvor Boden gut gemacht hatten und man(n) auch nach außen hin Gleichberechtigung dokumentieren und sich breiter aufstellen wollte

Im Gründungsjahr 1908 hatte Deutschland noch ei-nen Kaiser, die Schweizer erfanden die Toblerone und Melitta Bentz den Kaffeefilter. Eine Auswahl des Deutschen Fußballbundes bezog in ihrem ersten Länderspiel in Basel gegen die Eidgenossen Dresche und verlor 3:5. Und der Bau der Scheldebahnstrecke vom Nikolausstollen über Hirzenhain nach Wallau stand unmittelbar bevor.
Die Idee, die seinerzeit zur Gründung geführt hatte, erwies sich als zündend. Und ist es bis heute geblieben. Auch wenn sich die Inhalte und Schwerpunkte der Arbeit im Laufe der Jahrzehnte hier und da etwas gewandelt haben mögen. Damals gab es noch kein Fernsehen, keine Computer, keine Massenmedien und Onlinespiele. Da fanden Freizeitofferten, wie sie der CVJM offerierte, ein immenses Echo und fielen auf fruchtbaren Boden. Heute muss man dahingehend mit vielen anderen Angeboten konkurrieren.

Die Nazis verboten christliche Jugendarbeit

Die Unterlagen geben wenig her über Art und Umfang der Aktivitäten in den ersten 25 Jahren. 1922 beispielsweise standen 30 Namen auf der Mitgliederliste. Sportliche Betätigung wie Fußball, Völkerball und Turnen standen hoch im Kurs. Dahingehend konnten sich die Akteure am Anwender nach Herzenslust austoben, auf einem Gelände, das sie zu diesem Zweck selbst angelegt hat-ten. Im Winter trafen sie sich im Vereinshaus zum Spielen, Turnen und zur Bibelarbeit. Die Nationalsozialisten bereiteten dem ein jähes Ende. Christliche Jugendarbeit war im „Tausendjährigen Reich“ nicht mehr opportun. Der CVJM wurde verboten.
Kleiner Zeitsprung nach vorne: Aktuell gehören dem Verein 89 Hirzenhainer im Alter zwischen 18 und 80. Aber man muss kein eingeschriebenes Mitglied sein, um die Fülle der Ange-bote nutzen zu können. Die sind sowohl geistlicher als auch sportlicher, kreativer und sozialer Natur.

Umfangreiche Angebote

Es gibt eine “kleine” Jungschar, eine Mädchen- und Jungenjungschar, den Mädchentreff, die Jungenschaft, den Jugendkreis und regelmäßige Sportstunden. In den 60er Jahren sammelten eigene Tischtennis- Hand- und Volleyballteams Pokale und Erfolge. Später waren es vor allem die Indiaca-Athleten, die bei Kreis- und Westbundmeisterschaften im Rahmen des Jungscharsportschildes mit schöner Regelmäßigkeit abräumten. Solches gelingt in anderen Disziplinen auch den heutigen Jungscharlern, wenn sie bei den Jungschartagen des Kreisverbandes antreten. .
Herzstück Jungscharhäuschen
Das evangelische Gemeindehaus in der Dorfmitte bietet Raum für die unterschiedlichsten Treffen und Veranstaltungen. Doch Herzstück, Dreh- und Angelpunkt der Vereinsarbeit bleibt das schmucke Jungscharhäuschen am Kurzbeul. Ein, wenn auch etwas abseits gelegen, ortsbildprägendes Objekt. Es wurde daselbst, nachdem der Vorgängerbau am Hornberg 1947 einer Brandstiftung zum Opfer gefallen war, in Eigenleistung errichtet und 1950 bezogen. Bei der Finanzierung half auch der Verkauf von Zeichnungen des Hirzenhainer Pfarrhauses, die für zehn Pfennige reißenden Ab-satz fanden. 1958 erfolgte die „Elektrifizierung“. Was wir heute sehen ist die „Version 3.0“. Das Ergebnis eines 1974/75 in Angriff genommenen Komplettumbaus.
In den Pionierjahren gab es sogar einmal ein Mundharmonika-Orchester. Das war 1929 ins Leben gerufen worden, ist aber längst Geschichte. Die Musikpflege obliegt heute dem Posaunenchor, der anfänglich organisatorisch noch dazu gehört hatte. Als Ensemble hatten sich Instrumentalisten aber schon zwei Jahre vor dem CVJM positioniert. Wobei sich die Personalien aber auch heute noch überschneiden. Viele der Bläser sind Mitglied des CVJM – und umgekehrt.

Erinnerungen an Pfarrer Vömel


Massenbewegung: Zum Jungschartag des CVJM-Kreisverbandes in 2013 kamen Kinder und Jugendliche aus allen Teilen des alten Dillkreises auf die Hirzenhainer Höhe. Die Freifläche vor der Segelflughalle am Hang glich einem Olympiastadion

Nachdem alle Aktivitäten während der Nazi-Diktatur zum Erliegen gekommen waren, erlebte der Verein zwischen 1945 und 1950 seine eigentliche Blütezeit. Diese Jahre fielen in die Amtszeit des fast schon legendären Pfarrers Martin Vömel. Der Mann ist, obwohl er hier nur eine relativ kurze Zeit wirkte, in HiHai unvergessen und gab dem Gemeindeleben in Gänze viele neue und wichtige Impulse. Er “erfand” auch die jährlichen CVJM-Kreisfeste an und in der Segelflughalle am Hang und begründete auch die Tradition der Freizeitfahrten.Wobei anfänglich noch der Drahtesel als Transportmittel erste Wahl war. Später drängten sich die Teilnehmer auf der Lade-fläche eines Lkw zusammen. Dahingehend reist man heute schon ein klein wenig komfortabler.
Was für ein Theater!
Die damaligen von Mitgliedern der Jungmännerstunde organisierten Theaterabende sind vielen Hirzenhainern noch in bester Erinnerungen. Mit ihren Eigeninszenierungen füllten die Mimen Säle und gingen sogar auf Tournee. Nachdem das Interesse nach dieser Periode zunächst stark einbrach, hat sich der CVJM inzwischen stabilisiert, ist bestens aufgestellt und empfiehlt sich als eine zwar kleine, aber agile und vielseitige Mannschaft.
Ob das Einsammeln der Weihnachtsbäume, Aktionen im Rahmen von Dorffesten und Veranstaltungen der Kirchengemeinde, oder das Waffelbacken in und am modernen Gemeindehaus in der Ortsmitte, die CVJM’ler sind stets präsent und zeigen Flagge. Besonders beliebt sind die in zweijährigem Turnus organisierten Jungscharfreizeiten. Während auch das “Sonntags-Cafè” im Jungscharhäuschen gut angenommen wird.
Heute wird der CVJM von Alexandra Hermann geleitet. Ihr Stellvertreter ist Christian Hermann. Zur Internetpräsenz geht es hier: www.cvjm-hirzenhain.de

Kontakt:
Alexandra Hermann
(1. Vorsitzende)
Vorstand@cvjm-hirzenhain.de

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.