post-title „Der Flick“: Mäzen und Menschenfreund 2018-03-15 17:40:34 yes no Posted by Categories: Unvergessen

„Der Flick“: Mäzen und Menschenfreund

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Seinen 50. Geburtstag am 4. Februar 1989 hatte er, beglückwünscht von vielen Gratulanten, noch groß und mit vielen Freunden und Bekannten im Gasthaus Lengenberg gefeiert. Knapp zweieinhalb Monate später war der Mann mit dem Allerweltsnamen tot. Paul Hermann wurde zu einem Zeitpunkt abberufen, als er vor neuen Ideen sprühte. Solcher unternehmerischer, als auch solcher gesellschaftlich-geselliger Art. Alt und Jung in Hirzenhain kannte ihn – aber unter einem anderen Namen: „Flick“.


Sie nannten ihn „Flick“: Paul Hermann

Der Textilfabrikant hatte aus kleinen Anfängen heraus in der früheren Schule eine prosperierende Fabrikationsstätte aufgebaut, in der in den besten Zeiten über 60 Frauen aus dem Ort selbst und den Nachbargemeinden Arbeit fanden.

Aber es war weniger der unternehmerische Erfolg, dem der Mann seine Reputation verdankte. Er war in erster Linie Mensch. Ein  großzügiger und ein geselliger obendrein. Ein Sponsor, Förderer und Wohltäter der hiesigen Vereinswelt. Einer, mit dem man Pferde stehlen, auf den man sich verlassen konnte. Der zu seinem einmal gegebenen Wort stand, und dem jede Falschheit und jedwede auf den eigenen persönlichen Vorteil ausgerichtete taktische Durchtriebenheit fremd war. Der Spitzname „Flick“ war denn auch eher respektvoll-anerkennend gemünzt. Er kombinierte die Wesenszüge eines erfolgreichen Geschäftsmannes mit denen eines uneigennützigen Mäzens.

Paul Hermann gehörte zu den Taufpaten der Vogelschutzgruppe, der er mit seinem Freund und Namensvetter Ernst Hermann, deren 1. Vorsitzenden, in den Gründerjahren  wichtige Impulse gab. Ob Gesang- oder Sportverein, niemand wurde abgewiesen, wenn Unterstützung benötigt wurde. Aber es war kein Scheckbuch-Sponsoring nach dem Gießkannenprinzip. Und vor allen Dingen keins, das der eigenen Überhöhung diente. Tue Gutes – und hänge es nicht an die große Glocke. Das war bis zuletzt Paul Hermanns Maxime.

Die Gefahr, hier und da ausgenutzt zu werden, war hingegen latent. Immer dann, wenn falsche Freunde auf die Gutmütigkeit dieses aufrichtigen Mannes spekulierten. Beispielsweise in geselliger Runde am abendlichen Biertisch. Er selbst mag wohl von diesem Kalkül gewusst haben – und konnte damit leben.

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