post-title Der Posaunenchor https://www.hirzenhain.net/wp-content/uploads/1-Posaunenchor-neu-update.jpg 2018-02-01 17:08:52 yes no Posted by Categories: Ortsvereine

Der Posaunenchor

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Der Posaunenchor


Klangvolle Formation: Der Posaunenchor im Jahre 2018.

Wenn die Herrschaften in voller Mann- (und Frau-)Stärke antreten, kann von einem schlichten “Chor” eigentlich keine Rede mehr sein. Orchester würde es eher treffen. 43 aktive Blechbläser formieren sich dann, wenn sie denn alle da sind, zu einem überaus stattlichen und klanggewaltigen Ensemble. So viele aktive Musiker waren es noch nie. Und sie generieren einen Sound, der es in sich hat.

Der Hirzenhainer Posaunenchor hat auch schon ein paar Jährchen auf den Notenständern. 114, um genau zu sein. So viele sind es, wenn der Ort in 2019 sein 750jähriges Jubiläum feiert.  Aktuell schwingt  Martin Eizenhöfer den Takstock. Und das seit 2003. Unter seiner Ägide hat die Formation  in den vergangenen Jahren enorm an Drive gewonnen. Das Repertoire ist vielseitiger geworden und beinhaltet einen hörenswerten Mix aus Traditionellen und modernen Weisen.

Natürlich engagieren sich die Instrumentalisten in erster Linie und überwiegend im Rahmen der kirchengemeindlichen Arbeit innerhalb der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, beispielsweise bei der musikalischen Umrahmung von Gottesdiensten. Sie stehen aber auch Trompete und Posaune bei Fuß,  wenn es die Dorfgemeinschaft verlangt. Sei es bei Dorffesten, Seniorennachmittagen oder dem Weihnachtsmarkt. Geburtstagsständchen für ältere Einwohner oder eine würdige Umrahmung von Gedenkfeiern wie solchen anlässlich des Volkstrauertages kommen hinzu. Sogar auf zwei der zurückliegenden Hessentage erwiesen sie sich als klangvolle Repräsentanten ihres Heimatdorfs.

Auch bei den Posaunenbläsern war es der umtriebige Pfarrer Lebeau gewesen, der einst die Initialzündung zur Gründung des Vereins lieferte. Der gleiche Seelsorger sollte ja auch drei Jahre später bei der Grundsteinlegung  des CVJM Pate stehen, dem die Musiker einige Jahre lang als Abteilung angegliedert waren. Damals hieß diese Gemeinschaft noch “Jünglingsverein”. Der Euphorie der Pionierjahre folgte Ernüchterung. Der Ortspfarrer damals: „Der Posaunenchor fängt an seine Anziehungskraft einzubüßen. Die Hirzenhainer sind und bleiben dieselben, rasch entflammt ist das Feuer, noch rascher ausgebrannt.“

Harte Worte. Doch der Mann sollte sich täuschen. Unter der Leitung von Reinhard Holighaus fassten die Notenkünstler wieder Tritt. Ausgebremst in Folge nur durch die Nazis, die ihnen das Leben schwer machten. Dennoch hielten Bläser durch und blieben auch während der Kriegsjahre musikalisch am Ball, wenn auch mit etwas gedrosseltem Tempo. Was den politischen Verhältnissen damals geschuldet war. Nach dem Zusammenbruch des “Tausendjährigen Reiches” ein vielversprechender Neuanfang, einhergehend mit dem Beitritt zum neugegründeten Posaunenwerk der EKHN, dem man heute noch angehört.

Wilhelm Bieber und Gerhard Heimann wechselten sich in den Folgejahren in der musikalischen Leitung ab. 1963 übernahm Heinz Busch das Amt des Chorleiters und leitete den Posaunenchor 40 Jahre.  Den Nachwuchs rekrutierten die Instrumentalisten überwiegend aus den eigenen Reihen. Die intensive Ausbildung sollte Früchte tragen. Auch heute liegt ein Hauptaugenmerk der Vereinstätigkeit auf diesem Gebiet. Mehrmals wöchentlich treffen sich die Junioren zum Üben, allerdings nicht mehr, wie früher, im Wohnzimmer des Dirigenten. Spezielle Jungbläsertage und Freizeiten für Anfänger helfen dabei, das Level zu steigern. Für die sonntäglichen Chorproben steht heute der große Saal des ev. Gemeindehauses zur Verfügung. Über Jahrzehnte war das Vereinshaus dahingehend eine feste Anlaufstelle gewesen.


Der Hirzenhainer Posaunenchor im Jahre 1912.

Die musikalischen Präferenzen haben sich im Laufe der Jahre gewandelt; neue Ideen, auch solche, die die Außendarstellung anbelangten, setzten sich durch. Nie zur Disposition stand hingegen das “Hormoargsfest”, eine in den 60-er Jahren begründete gesellige Tradition. Schauplatz war, nomen est omen, der Hornberg. Zählten damals mit Wasser gefüllte Milchkannen, Liegestuhl und Kochgeschirr zur Standardausrüstung, geht es heuer, Standortwechsel,  an der Schutzhütte etwas komfortabler zu. Aber die obligatorische und beliebte “Hoarmoargs-Suppe” köchelt dabei nach wie vor im großen Topf – in nahezu unveränderter Rezeptur.

Hin- und wieder ist aber auch schon einmal ein Blick über den eigenen (Suppen-)Tellerrand hinaus nötig. Tapetenwechsel. Die Familienfreizeiten, die 1989 in vierjährigem Turnus angeboten werden und die Teilnehmer schon an alle Gestade von Ost- und Nordsee sowie auf viele Alpengipfel geführt haben, sind ein wesentliches und unverzichtbares Element der Gemeinschaftspflege. Für ein zumeist mit viel Beifall bedachtes Gastspiel in der Kirche des Zielortes reicht dann die Zeit allemal.

Seit 2004 firmiert der Hirzenhainer Posaunenchor als eingetragener Verein. Als dessen Vorsitzender zeichnet Jochen Bonorden verantwortlich. Sein Stellvertreter ist Armin Becker

Kontakt: Jochen Bonorden, Tel.: 02770/911714

Email: jochen.bonorden@online.de

 

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