post-title Der Segelfliegerclub https://www.hirzenhain.net/wp-content/uploads/1-Gruppe-klein.jpg 2018-02-01 17:08:52 yes no Posted by Categories: Ortsvereine

Der Segelfliegerclub

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Der Segelfliegerclub


Sechs Segelflugzeuge stehen dem SFC für den Vereinsbetrieb zur Verfügung. Darunter auch die gute alte “ASK 21”, die als Schulungsdoppelsitzer eingesetzt wird.

Dieser einstmals „Verein für Luftfahrt“ genannte Zusammenschluss ist keineswegs Hirzenhains ältester Verein. Aber derjenige, der den Ort, seine Außendarstellung und globale Reputation am nachhaltigsten geprägt und beeinflusst hat: Wir reden vom SFC HiHai, wobei das Kürzel für den heutigen „Segelflieger-Club“ steht. Er ist, wir erwähnten es bereits, der zweitälteste seiner Art weltweit. Nur die Jungs von der Wasserkuppe waren seinerzeit, als man hier im Dorf in die Püschen kam, den hiesigen Pionieren eine Flugzeugnase voraus gewesen.

Immer auf Wolke 7

Das Hirzenhainer Jubiläumsjahr 2019 zu Grunde gelegt, hat der Club inzwischen 96 Jahre auf den Holmen. Und ist trotzdem jung geblieben. Nicht nur was die Mitgliederstruktur anbelangt. Den derzeit 25 aktiven Glider-Piloten steht ein hochmoderner Flugzeugpark zur Verfügung, dank dessen sie auch bei überregionalen Meisterschaften stets erfolgreich auf Wolke 7 schweben. Neben den Hochleistungsmaschinen wie „Arcus T“ und „Discus 2cT“ werden aber auch die hölzernen Oldies aus den Jugendjahren der Fliegerei in Ehren gehalten – und bekommen regelmäßig Auslauf.

Die Modellbaugruppe umfasst 35 praktizierende Fernsteuer-Künstler. Auch sie mischen, kommt es bei anspruchsvollen Leistungsvergleichen hart auf hart, ganz vorne mit. Der auf 99 Jahre gepachtete und einst von einer US-amerikanischen Pioniereinheit angelegte Sonderlandeplatz zählt zu den größten und von der Infrastruktur her gesehen  am besten ausgestatteten seiner Art weit und breit. Kein Wunder, dass er immer wieder Austragungsort bedeutender aeronautischer Ereignisse war und ist. Von Deutschen Meisterschaften angefangen bis hin zu Internationalen Fliegertreffen oder opulent choreografierten Aero-Shows.

Beim aktuell von Achim Schneider geführten SFC ist man/frau nicht nur reich an Sportsgeist und neuen Ideen, sondern auch an Immobilien. Die große und in den vergangenen Jahren mit erheblichem finanziellen Aufwand und viel Eigenleistung brandschutztechnisch aufgepeppte alte Flughalle am Nordwesthang gilt als liegenschaftliches Herzstück.Selbiges beherbergt auch noch eine der ganz wenigen Stätten im Dorf, an denen man sich zu einem gemütlichen Feierabendbier oder wahlweise zum Frühschoppen treffen kann. Die eigenbetriebene Flughallengaststätte ist ein Licht in der gastronomischen Finsternis Hirzenhains.


Die Modellbaugruppe ist eine tragende Säule des Vereins. Sie umfasst 35 Aktive.

Daneben unterhält der Verein zwei weitere Hallen bzw. Hangars  am Rande des Fluggeländes auf der früheren alten Viehweide. Das Areal auf der anderen Seite der Landesstraße war bis zum Bau des aktuellen Aerodroms als Start und Landefläche genutzt worden. Die ersten vielversprechenden Hüpfer hatten die Ahnen des aktuell fliegenden Personals einst auf dem Hornberg und am Nord-West-Hang unternommen. Letzterer galt seinerzeit als „das“ deutsche Rekordgelände. Alles, was in der Fliegerszene Rang und Namen hatte, war hier in die Luft gestiegen. Nicht nur die legendäre Hanna Reitsch. Letztere stand 1951 Steuerknüppel bei Fuß, als das alliierte Flugverbot fiel und hier der deutschlandweit erste Segelflug-Start nach dem Krieg erfolgte.

Seitdem sind viele Cirrus-Wolken über Hirzenhain hinweggezogen. Es gab Höhen und Tiefen, Triumphe und Rückschläge, gute Zeiten, schlechte Zeiten. Aber etwas von dem Pioniergeist der Altvorderen um Emil Schäfer hat man hier konserviert. Der Hauptlehrer und Gründungsvater des Clubs war in den Anfangstagen mit dem Drahtesel auf die Wasserkuppe gestrampelt, um bei den Kameraden zu kiebitzen und zu lernen. Beseelt von dem Gedanken, den Himmel zu erobern.

Der, also der Himmel, gehört auch heute noch den hiesigen SFC’lern. Wenngleich eine überbordende Behörden-Bürokratie ihnen den Spaß an der motorlosen Freud‘ immer mehr vergällt. Hinzu kommen gesamt-gesellschaftliche Trends, die  Rücken- in Gegenwind verwandeln. Letzterer ist zwar bei Start und Landung hilfreich, nicht aber im erwähnten Kontext. Der Hang zur Individualisierung, die nachlassende Bereitschaft, sich im Kollektiv gemeinschaftlich zu engagieren, nagt auch an der Substanz dieses großen Traditionsvereins. 250 Namen stehen aktuell auf der Kladde. Wobei jede, oder zumindest fast jede Hirzenhainer Familie irgendwie personell involviert ist. Insofern brauchen „ui Flieer“ keine Zukunftsängste zu haben. Und fangen schon mal langsam an, sich auf ihren 100. Geburtstag im Jahre 2023 einzustimmen…


Als die HIrzenhainer fliegen lernten: Der “Startschub” wurde schon damals in “PS” gemessen – in “Pädagogen-
Stärke!”. Wilhelm Bieber lässt sich oer Gummiseil vom vereinigten Lehrerkollegium Emil Schäfer, Wilhelm Mittler, Reinhard Lückoff, Henrich Moos und Erich Jung (v.l.) in die Luft “katapultieren”. Daher rührt auch die Redewendung “Gib’ Gummi!”

Der „Fuhrpark“, der den Piloten zur Verfügung steht, ist ein Mix aus High-Tech und Nostalgie und umfasst sechs vereinseigene Flugzeuge. Darunter auch zwei mit einer motorisierten „Heimkehrhilfe“ ausgestattete Glider vom Typ „Arcus T“ und „Discus 2 cT“, ein Club-Astir und eine LS 4.  Die ASK 21 ist als Schulungsdoppelsitzer für das Nachwuchstraining unverzichtbar, während die gute alte K8 das Oldie-Feeling bedient. Und da wäre noch ein Vertreter aus den Kindertagen der Fliegerei, der betagte Schulgleiter SG 38. Ein veritabler Klassiker, der alle Blicke auf sich zieht. Da sitzt der Pilot noch völlig im Freien. Keine Cockpithaube und keine Seitenwände trennen ihn von den Elementen. Ist schon recht abenteuerlich, wie sich die Altvorderen an den Himmel gewagt haben. Tun die Enkel aber auch. Es gibt Überlegungen, die fragil anmutende Holzkonstruktion wieder aufzubauen und zuzulassen. Die aktuelle Flotte komplettieren noch eine private LS 1 und ein Motorschleppflugzeug.

Kontakt: Achim Schneider; Tel.: 0151-5726 1986,

E-Mail: info@sfc-hihai.de,

Internet: www.sfc-hihai.de

 

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