post-title Der SPD-Ortsbezirk https://www.hirzenhain.net/wp-content/uploads/1-Vorstand.jpg 2018-02-01 17:08:52 yes no Posted by Categories: Ortsvereine

Der SPD-Ortsbezirk

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Der SPD-Ortsbezirk


Genossen unter sich. V.l. Detlef Krentscher, Peter Horch, Brigitte Rupenthal, Christian Hoof, Arno Krickhahn, Vorsitzender Thomas Bieber und seine Amtsvorgänger Karl-Heinz Kaczmarek und Manfred Linge.

Sozialdemokrat zu sein, war in Hirzenhain nicht immer einfach. Mitunter sogar gefährlich. Und es gab auch schon mal Zeiten, da wurden die Genossen als „vaterlandslose Gesellen“ diffamiert. Das war im ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhundert der Fall. Bis Wolfgang Thierse im April 2004 den Spieß umdrehte und deutsche Unternehmen, die Arbeitsplätze ins Ausland verlagerten, als solche schalt.

Seitdem gilt das Schimpfwort in diesem Kontext. Ob es allerdings zu Zeiten Kaiser Wilhelms II. schon ausgewiesene SPD’ler auf der Hirzenhainer Höhe gegeben hat, weiß man nicht. Darüber  schweigen alle verfügbaren Chronikquellen.  Und dass hier schon 1863 Sympathisanten und Aktivisten des von Ferdinand Lasalle  gegründeten Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins gegeben hat, aus dem dann später die SPD hervorgehen sollte, ist eher unwahrscheinlich.

Von ihrem Wesen her neigen die Hirzenhainer eher zu konservativen Ansätzen. Das lehrt die Geschichte. Insofern war es fast schon ein kühner Schritt, als sich wenige Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs eine Handvoll Männer dazu entschloss, eine eigene örtliche Parteigliederung aus der Taufe zu heben. Die Initiative dazu ging von dem damaligen Bürgermeister Wilhelm Offermann aus. Und zwar zu einer Zeit, in der alle, oder fast alle Einwohner nach den bitteren in den dunklen Jahren zuvor gemachten Erfahrungen die Nasen gestrichen voll von jedweder Art von Politik hatten.

Als offizielles (Nachkriegs-)Geburtsjahr des hiesigen SPD-Ortsbezirks gilt 1948. Entsprechend groß gefeiert wurde denn, wenn auch nicht ganz termingerecht, 1999 auch das 50-jährige Jubiläum. Selbstständige Organisationseinheiten dieser Art sind heute selten. Neben Hirzenhain leistet sich nur noch Wissenbach einen eigenen Ortsbezirk. Die Parteifreunde aus den anderen Gemeindeteilen segeln unter der Gesamt-Eschenburger SPD-Flagge.

Die Höhendorf-Genossen sind Kommunalpolitiker aus Leidenschaft, für die sich Politikmachen nicht auf die Note des Selbstzwecks reduziert. Sie sind mit Herz und Verstand dabei. Im nicht nachlassenden Bemühen, wichtige Weichenstellungen, ob die nun den Straßenbau, die Erschließung von Bau- und Gewebegebieten oder die Abwasserentsorgung betrafen, im Miteinander zu lösen.  Und zwar stets auf dem Fundament sozialer Verantwortung.

Dies mit einem unverstellten Blick für das Wesentliche und das Machbare, ohne jedoch das Wünschenswerte aus den Augen zu verlieren. Der Namensbestandteil „sozial“  ist dabei Verpflichtung und Auftrag zugleich. Mitunter hart und streitlustig in der Sache, aber nie unter die Gürtellinie der Konkurrenz zielend, sondern ehrlich und fair. Seitdem „die Sozis“ auf der kommunalpolitischen Bühne des Dorfes aufgetaucht sind, haben sie sich in den Dienst des Gemeinwesens und seiner Bewohner gestellt und den Interessen Hirzenhains stets und ohne Wenn und Aber Vorrang vor parteitaktischem Kalkül eingeräumt


Bei der Hirzenhainer SPD geht es nicht immer nur um Politik. Auch Landrat Wolfgang Schuster (dritter von rechts) kommt zwischendurch gerne mal auf ein Schwätzchen vorbei.

Weil die kommunalen Gemeinwesen in den vergangenen Jahren aber immer mehr Kompetenzen und Entscheidungsbefugnisse abtreten mussten, sind auch die gestalterischen Spielräume der Akteure kleiner geworden. Deshalb erscheint es gerade für junge Menschen immer weniger attraktiv und sinnstiftend, sich entsprechend einzubringen. Wer in der Ortspolitik etwas erreichen und bewegen will, braucht Geduld, Sitzfleisch und einen langen Atem. Das mag viele schrecken und den Rückzug ins Private beflügeln. In Hirzenhain ist der Trend aber gegenläufig.

Die junge Generation hat übernommen

Aktuell haben 19 Männer und Frauen hier das „richtige Parteibuch“. Die junge Generation hat übernommen, jedoch ohne zu negieren, was die ältere geleistet hat. In den Analen begegnen uns neben dem erwähnten Wilhelm Offermann ein Otto Deusing und ein Hermann Müller, deren politisches Erbe es zu bewahren und fort zu entwickeln gilt. In Folge übernahm Karl-Heinz Kaczmarek, unter dessen Führung die SPD einen steilen Aufstieg hinlegte.

Und da waren der unvergessene Siegfried Wohnrade, Willi Leis, Manfred Linge und Martin Krischer, die danach  den Vorsitz übernahmen. Aktuell führt Thomas Bieber den Ortsbezirk. Er ist zugleich auch Fraktionschef der SPD im Gemeindeparlament und dessen stellvertretender Vorsitzender. Fünf der zehn SPD-Gemeindevertreter kommen aus Hirzenhain. Neben Bieber sind das Dr. Paul-Heinz Cyris, Marion Cyris, Maximilian Karp und Brigitte Rupenthal.  Dem Ortsbezirks-Vorstand komplettieren Christian Hoof (stellvertretender Vorsitzender), Detlef Krentscher (Schriftührer/Kassierer) und Maximilian Karp und Arno Krickhahn.

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