post-title Vogel- und Naturschutz https://www.hirzenhain.net/wp-content/uploads/1-Gelände-und-Hütte.jpg 2018-02-01 17:08:52 yes no Posted by Categories: Ortsvereine

Vogel- und Naturschutz

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Vogel- und Naturschutz


Klein, aber fein: Die idyllisch gelegene Vogelschutzhütte am Kurzbeul. Natürlich ist man hier, was die Energieversorgung angeht, autark.

Ursprünglich hatten sie ja einmal als Unterabteilung des Obst- und Gartenbauvereins firmiert, sind aber inzwischen längst flügge. Und stehen auf eigenen Beinen. Hirzenhains Vogelschützer wirken meist im Verborgenen, doch ihre Spuren sind allgegenwärtig. Dass sich die Natur in und um den Ort weitestgehend intakt zeigt und die ornithologische Vielfalt nicht gefährdet ist, geht auf ihre Kappe. Mit Engagement, Ideenreichtum und Sachverstand geben sie den gefiederten Freunden seit Jahrzehnten eine Stimme. Amsel, Drossel und Fink haben in ihnen eine starke Lobby.

Im Jahre 1964 aus dem Ei geschlüpft, ist der “Natur- und Vogelschutzverein”, wie er offiziell heißt, längst eine feste Größe, nicht nur innerhalb des Dorfes. Wobei sich der Verschleiß an Führungspersonal in Grenzen hält. Mit Sascha Hermann lenkt erst der dritte Vorsitzende die Geschicke der seinerzeit von Ernst Hermann gegründeten Vereinigung. 32 Jahre lang hatte dieser unvergessene Mann den von den Hirzenhainern liebevoll ” oin Vieelchesverein” genannten Club gelenkt, ehe Karl-Heinz  Kaczmarek 1996 in seine  Fußspuren trat, um in den folgenden 16 Jahren an dessen Aufbauarbeit anzuknüpfen.

Auf 300 Mitglieder angewachsen,  haben die Naturfreunde heute in der Tat eine ganze Menge vorzuweisen. Und da ist nicht nur der große, 1989 auf dem ehemaligen Friedhof am Kurzbeul  errichtete (und angepflanzte), mit unterschiedlichen Nisthilfen sowie zahlreichen Info-Tafeln bestückte  Natur-Lehrgarten. Dessen Pflege bindet seitdem Jahr für Jahr viel Menpower. Die Vorzeigeanlage ist für jedermann zugänglich. Zwei Jahre später wurde das infrastrukturelle Portfolio um eine weitere,  weit und breit beispielhafte Einrichtung erweitert: Den visa-à-vis gelegenen Fledermausschutzstollen. Wo die Hirzenhainer sich im Zweiten Weltkrieg vor feindlichen Fliegern in Sicherheit gebracht hatten, finden nachtaktive fliegende Säugetiere heute eine solche. (Siehe auch gesonderten Bericht an andere Stelle dieses Buchs).

Die Liste der dem Erhalt der Tier- und Pflanzenwelt dienenden Projekte ist lang. So ist der Vogelschutzverein seit 1997 auch Hausherr der Trafostation am Lixfelder Weg. Selbige hat sich zu einem stark frequentierten Quartier für Falken und Schwalben gemausert. Ausschließlich letzteren vorbehalten ist hingegen ein stattlicher Wohnturm auf dem Kleingartengelände “Loh”. Schon kurz nach dessen Errichtung waren dort die ersten Langzeitmieter eingezogen. Im Gemarkungsteil “Am Pfaffenbaum” unterhält die Gruppe eine Anlage mit einheimischen Feld- und Heckengehölzen, während am Kurzbeul 2007 ein Vier-Sterne-Insektenhotel eröffnete. Ein solches befindet sich auch auf einer Streuobstwiese im Gemarkungsbereich “Langer Baum” (Lange Boom). Und da wären noch die Errichtung von Greifvogelsitzen sowie die von Bruthilfen für Wasseramseln und Brutkästen für Dohlen. Die cleveren schwarz-grauen Rabenvögel fühlen sich deshalb vor allem am “Hessenloh” (Friedhofsgelände)  zu Hause.

Das schmucke und etwas versteckt gelegene Vereinsdomizil in unmittelbarer Nähe des Jungscharhäuschens macht den Verein unabhängig von der Anmietung externer Räumlichkeiten. Autark ist man hier auch in Sachen Energieversorgung. Dank einer leistungsfähigen Photovoltaikanlage fließt der Strom auch ohne die EAM.


Hans Becker trifft den Nagel auf den Kopf. Gemeinsam mit Arno Grätz sorgte er in den 70-er Jahren dafür, dass die gefiederten Schützlinge immer genügend Fettreserven hatten.

Die gemütliche Stätte wird für kleiner Veranstaltungen, Feierlichkeiten, Vorstandssitzungen und andere Vereinszusammenkünfte genutzt. Hier finden auch die zahlreichen Outdoor-Einsätze stets einen geselligen Abschluss. Denn: Wer arbeitet, darf auch feiern. Müssen die Ärmel hochgekrempelt werden, stehen die Mitglieder in Kompaniestärke Hacke und Schippe bei Fuß. Was ja nicht selbstverständlich ist. Heißt es anzupacken, ist die Teilnehmerzahl bei nicht wenigen anderen Vereinen ja oft ziemlich überschaubar. Streuobstwiesenfeste und bunte Abende fördern das gute Miteinander, ebenso die beliebten und von Karl-Heinz Kaczmarek organisierten Erlebnisreisen. Aber auch die dörfliche Gemeinschaft will gepflegt sein. Deshalb ist eine aktive Beteiligung an vereinsübergreifenden Veranstaltungen wie Dorffest und Weihnachtsmarkt für die Vogelschützer eine Selbstverständlichkeit.

Die „Aktion Saubere Landschaft“ hat einen festen Platz im Jahresprogramm. Zu selbigem zählen regelmäßige Nistkontrollen, Vogelstimmenwanderungen und Waldnachmittage für Kinder. Solche spannenden und lehrreichen Erkundungstouren werden nicht ganz ohne Hintergedanken angeboten. Weil nicht früh genug damit begonnen werden kann,  Verständnis und Einsicht in die Notwendigkeit von Landschafts- und Naturschutz zu wecken. Eine Saat, die meistens  aufgeht. Wir alle tragen Verantwortung dafür, dass unser Planet bewohnbar bleibt. Das Bewahren unserer Lebensgrundlagen ist eine Gemeinschaftsaufgabe.

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