post-title Der „Weerner“ aus Hirtinghagen https://www.hirzenhain.net/wp-content/uploads/Begrüssungstafel.jpg 2018-12-21 13:30:59 yes no Posted by Categories: Blog, Geschichte

Der „Weerner“ aus Hirtinghagen

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Der „Weerner“ aus Hirtinghagen

Der Mann, der dafür gesorgt hat, dass Hirzenhain namentlich erstmals aus dem Dunkel der Geschichte auftauchte, hieß „Wernherus“. Heute würden wir ihn schlicht Werner nennen. Dieser Knabe nannte sich „von Hirtinghagen“. Was ein damals üblicher Verweise auf seine Herkunft war. Hirtinghagen war die frühe Bezeichnung von Hirzenhain.

Ja und dieser „Weerner“ findet in einer alten, vom 22. September 1269 datierenden Urkunde Erwähnung. In selbiger beglaubigt er als Zeuge einen Grundstücksdeal. Ein gewisser Ritter Friedrich von Langenhagen hatte dem Deutschen Orden in Marburg damals Güter aus seinem Besitz verkauft oder vermacht. Was er in den Folgejahren noch mehrmals tat. Und wieder bekräftigte sein alter Vertrauter die Richtigkeit des Handels, unterschrieb dann aber bereits als „Wernherus de Hircinhain, während der Ort in Folge „Hierzenhain“ und „Hirzenhan“ genannt wird.

Der Name “unseres” Werners ist in der Urkunde etwas versteckt, Man findet ihn inder rechten Spalte in Zeile 10 und 11.

Das Original der ursprünglichen urkundlichen Ersterwähnung ist verschwunden, aber eine Abschrift des in Latein gehaltenen Dokumentes befindet sich im Marburger Kopialbuch des Deutschordensarchiv in Wien. Dort haben wir es entdeckt. Man muss schon genau hinschauen, um den Namen unseres „Urvaters“ zu orten. Er versteckt sich in der zweiten Spalte in den Zeilen 10 und 11 des Schriftstücks.

Wir wissen rein gar oder fast nix über ihn. Was für ein “Bölkstoff” er bevorzugt, was er getrieben, womit er sich seine Semmeln verdient hat. Auch nicht, wo genau er wohnte. Immerhin ist bekannt, dass der Bursche eine (verwitwete) Schwester namens Jutta hatte. Und einen Bruder. Der hieß Mengot Gulden, wie der Taler, und stammte aus Homberg/Ohm. Die drei Geschwister hatten laut einer anderen Urkunde 1271 dem Kloster Caldern einen Teil ihrer bei Hassenhausen (Hozenhusen), einem heutigen Ortsteil der Gemeinde Fronhausen (Landkreis Marburg-Biedenkopf), gelegenen Wälder, Wiesen und Gewässer vertickt – für 30 Mark. Und dieser “Wernherus de Hirzenhain” wird dann im Juli 1282 nochmals aktenkundig – als “Ministerialer des hessischen Landgrafen”. Als Ministeriale pflegte man damals Lehensnehmer zu bezeichnen. Mit anderen Worten: Unser „Weerner“ hatte beim Dillenburger Chef wohl einige Ländereien gepachtet. Und das können durchaus welche in und um Hirzenhain gewesen sein.

Allein die verbriefte Existenz dieses Mannes lässt aber den Schluss zu, dass der Ort Hirzenhain anno 1269 nicht von jetzt auf gleich aus der Versenkung aufgetaucht war, sondern wohl schon ein paar Jährchen, wenn nicht Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte früher als Siedlung existiert hat. Nur wann hier die ersten Feuerstellen gebrannt haben, nix genaues weiß man nicht.

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