post-title Die VdK-Ortsgruppe https://www.hirzenhain.net/wp-content/uploads/1-VdK.jpg 2018-02-01 17:08:52 yes no Posted by Categories: Ortsvereine

Die VdK-Ortsgruppe

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Die VdK-Ortsgruppe


Bürgermeister i.R. Walter Jank (vierter v.r.) steht seit 2004 an der Spitze der VdK-Ortsgruppe. Das Foto entstand anlässlich einer Mitgliederehrung. V.l.n.r.: Ullrich Hof, Lothar Busse, Hans-Otto Hermann, Klaus Gerhard, Walter Jank, Helmut Götzl, Helmut Schneider und Christa Hof, die heutige Ehrenvorsitzende des Kreisverbandes.

Mag ja sein, dass der Grad der sozialen Absicherung bei uns in Deutschland beispielhaft, oder doch zumindest recht hoch ist. Dabei darf man aber nicht vergessen, dass das erreichte Leistungsniveau in vielen Jahren erst erkämpft und durchgesetzt werden musste. Während Anspruchsberechtigte, die auf entsprechende Unterstützung angewiesen sind, sich mitunter vor für den Einzelnen schier unüberwindbare bürokratische Hürden gestellt sehen. Der VdK hilft ihnen seit über 70 Jahren dabei, diese zu überwinden.

Heute nennt sich die fast zwei Millionen Mitglieder zählende Organisation “Sozialverband VdK Deutschland”. In früheren Jahren formierte sie als „Verband der Kriegsbeschädigten, Kriegshinterbliebenen und Sozialrentner Deutschlands“. Die Umbenennung  war auch dem Wandel und der erweiterten Zielsetzung in der Aufgabenstellung geschuldet. Kriegsgeschädigte, Witwen und Waisen stellten in den Anfangsjahren die ursprüngliche Klientel dar. Heute deckt der Verband ein wesentlich breiteres Spektrum ab. Dazu zählen die Themenbereiche Rente, Gesundheit, Pflege, Schwerbeschädigung und Behinderung.

In Hirzenhain haben benachteiligte  bzw. auf Hilfe angewiesene Menschen seit 1948 eine starke Stimme. Der 15. März besagten Jahres war das Gründungsdatum der hiesigen Ortsgruppe, zu deren Vorsitzenden Heinrich Haibach gewählt wurde. Heute stehen Walter Jank, der ehemalige Eschenburger Bürgermeister, und Volker Schmidt (Stellvertreter) an dessen Spitze. In Alfred Busch hatte der Verein ab 1963 schon einmal ein Rathauschef als Vorsitzenden, und das 23 lange Jahre. Überhaupt scheint hier Kontinuität üblich zu sein. Denn: Auch Buschs Nachfolger Arthur Schmidt, ein Mann der ersten VdK-Stunde, bekleidete dieses Amt fast zwei Jahrzehnte.  Wobei, nebenbei bemerkt, das Einzugsgebiet der Vereinigung weit über die Gemeindegrenzen hinausreicht. Mitglieder kommen teils auch aus dem Hinterland und dem Siegbachtal.

Der aktuelle Vorstand vertritt die Interessen von inzwischen 230 Mitgliedern. Eine beachtliche Zahl für ein relativ kleines Dorf wie Hirzenhain. Und es ist ja nicht so, dass der Sozialverband, auch der auf seiner untersten organisatorischen Ebene,  sein Pulver inzwischen verschossen hätte und ihm die Argumente ausgegangen wären. Vielleicht weil alles so gut läuft in deutschen Landen. Tut es eben nicht.

Der Clinch mit den Behörden, hier vor allem auch mit den Versorgungsämtern, ist ein immer währender. Gerade auch, wenn es um den Umgang mit behinderten Arbeitnehmern geht. Oder mit solchen, die zur Frührente gezwungen sind, die vielleicht  Pflegemittel oder Kuren benötigen. Da gibt es mannigfaltige Widerstände.  Im Vorschriften- und Paragrafen-Dschungel, im dem so viele fadenscheinige Ablehnungsbegründungen wuchern, würde sich der Einzelne ohne kompetenten Beistand hoffnungslos verirren.

Die VdK-Ortsgruppe Hirzenhain hat auch immer schon so eine Art soziale und gesellschaftliche Klammerfunktion wahrgenommen. Die Mitglieder wissen sich hier auch auf der menschlichen, geselligen Ebene gut aufgehoben. Zahlreiche gemeinsame Unternehmungen, Ausflüge, Kaffeenachmittage sowie weitere  Aktionen und Veranstaltungen zeugen davon. Wobei vor allem die beliebten Mehrtages- Fahrten hoch im Kurs stehen und gut angenommen werden.


Das Ehrenmal auf dem Friedhof. 115 Namen stehen drauf. Die Erinnerung an die Gefallenen der beiden letzten Weltkriege wach zu halten, ist auch ein Hauptanliegen des hiesigen VdK.

Daneben war es aber auch immer schon ein ursächlichen Anliegen des VdK, die Erinnerung an jene zu bewahren, die in den beiden letzten Weltkriegen ihr Leben gelassen haben. Insofern haben die würdigen Gedenkstunden zum Volkstrauertag einen festen, unverrückbaren Platz im Terminkalender der Ortsgruppe. Die zugleich immer auch Mahnung sind, dass es nie wieder zu solchen sinnlosen globalen Blutbädern kommen darf.

Das Ehrenmahl für die Gefallenen der Weltkriege, das sich einst an exponierter Stelle in der Ortsmitte befand, befindet sich heute weit abseits auf dem Friedhof. 115 Namen stehen darauf, und sind inzwischen sogar wieder lesbar. Vor drei Jahren hatte die Gemeindeverwaltung die verblassende Schrift nach wiederholten Beschwerden mit Goldton nachziehen und auffrischen lassen. Fritz und Rita Helterhof kümmern sich seit vielen Jahren darum, dass immer frischer Blumenschmuck die Anlage ziert.

Die Erinnerung darf nicht verblassen

Die Erinnerung an die Gefallenen soll und darf nicht verblassen. Trotzdem wirkt das mehr und mehr Patina ansetzende Memorial hier auf dem von hohen Baumbeständen beschatteten Areal etwas verloren. Es hätte eigentlich nie aus dem Dorfzentrum verlagert werden dürfen. Eine zentral gelegene Parkfläche fürs ruhende Blech war den Entscheidungsträgern von damals aber wichtiger gewesen als ein würdiges Andenken an jene, die in zwei Weltkriegen für eine aus heutiger Sicht durchaus umstrittene Ziele gestorben sind. Aber man muss halt Prioritäten setzen.

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