post-title Knochenfunde
Ein Haus für die Gebeine https://www.hirzenhain.net/wp-content/uploads/bone-664596_1280.jpg 2018-12-21 15:16:01 yes no Posted by Categories: Blog, Geschichte

Knochenfunde
Ein Haus für die Gebeine

Posted by Categories: Blog, Geschichte
Knochenfunde<br/>Ein Haus für die Gebeine

Herborn ist anders, behaupten die Herborner. Hirzenhain war es schon immer. Auf vielerlei Gebieten. Unter anderem auch auf dem Sektor der Toten- und Begräbniskultur. Bei uns im Ort gab es, was die wenigstens wissen, sogar einmal ein (Ge-)Beinhaus, in dem die Knochen der lieben Verstorbenen dauerhaft “geparkt” wurden.
Das war kein krasser und makabren Einzelfall rigoroser Leichenentsorgung, sondern eine aus der Not geborene, pragmatische Problemlösung. Allerdings eine, die zu ihrer Zeit im Amt Tringenstein, zu dem Hirzenhain ja gehörte, als einzigartig galt. Auf dem hiesigen Kirchhof, wo ja auch die Verblichenen aus Eiershausen landeten, war es zunehmend enger geworden. Um Platz zu sparen, kamen die Kirchenältesten auf den Gedanken, ein Ossarium zu bauen.
Die Verstorbenen wurden zunächst ganz normal in geweihten Boden bestattet, nach zwei Jahren aber, nachdem sie verwest waren, wieder ausgegraben. Ihre Gebeine wurden dann umgesetzt – ins Beinhaus. Wo es genau gestanden hat, ist nicht überliefert. Dass es existiert hat, belegen die Kirchenbücher. Nach dieser Praxis wurde in Hirzenhain etwa eineinhalb Jahrhunderte verfahren. 1590 wurde sie eingestellt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.