post-title Fremde Freier zahlten vor
der Hochzeit Eintrittsgeld https://www.hirzenhain.net/wp-content/uploads/Übersicht-Geld.jpg 2018-12-22 16:50:16 yes no Posted by Categories: Blog, Geschichte

Fremde Freier zahlten vor
der Hochzeit Eintrittsgeld

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Fremde Freier zahlten vor<br/>der Hochzeit Eintrittsgeld

Um noch mal auf die schleppende Einwohnerentwicklung Hirzenhains zurück zu kommen. Bevölkerungspolitisch betrachtet war das hier über Jahrhunderte hinweg fast eine Nullnummer. Unsere Ahnen zeigten wenig Neigung, daran etwas zu ändern. Bei einer Volkszählung anno 1447 war der Zensus in zehn Minuten durch. 39 Namen standen auf seiner Liste. Fertig. Und die bekamen auch in den Jahrzehnten danach kaum neue Gesellschaft.
Die Gründe dafür waren nicht nur in der mangelnden Reproduktionsbereitschaft der Leute zu suchen. Hinzu kam, dass die Hirzenhainer unter sich bleiben wollten und sich abschotteten. Auswärtige, die frisches Blut hätten in den Ort bringen können, waren unerwünscht. Und die Hürden, dass doch mal jemand mit Migrationshintergrund hier Fuß fassen konnte, hoch.
Wollte jemand aus Wissenbach, Frohnhausen, Niederscheld oder von noch weiter her hier einheiraten, musste er „Einzugsgeld“ entrichten, und zwar noch vor der „Kopulation“ genannten Eheschließung. Dafür wurden 30 Florin abgerufen. Was eine Menge Kohle war. Der Jahresverdienst eines Knechtes oder einer Magd betrug im Jahre 1784 sieben Florin. Darüber hinaus musste der „Rezipient“ genannte Freier ein Vermögen von 300 Florin nachweisen. Das schreckte viele ab. Und so schön waren die Hirzenhainer Mädels auch damals nicht…
Deren Geschlechtsgenossinnen in Eiershausen waren in Sachen Kinderkriegen noch schlechter drauf als sie selbst. Warum, hatte eine wissenschaftliche und von der Fürstlichen Landesregierung in den Dillenburger Intelligenznachrichten veröffentlichte Studie aus dem Jahre 1803 ergeben (links). Die Kirche war schuld. Hirzenhain und Eiershausen bildeten ja ein gemeinsames Kirchspiel. Und so mussten die Damen aus dem Tal zum Gottesdienst sonntags den steilen Berg auf die Höhe keuchen. Auf heftigste durchschwitzt, verkühlten sie sich dann auf den kalten, steinernen Kirchenbänken das Getriebe. Zumindest lautete so die die These des Gutachters. Der hatte das damals freilich etwas anders ausgedrückt.

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