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Kunstvolles: Hirzenhain
mit Strich und Pinsel

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Kunstvolles: Hirzenhain<br/> mit Strich und Pinsel

Es gibt in Hirzenhain viele Zeugnisse künstlerischer Kreativität, deren Schöpfer sich an ihrem Dorf „abgearbeitet“ haben. An seinen landschaftlichen Reizen, oder halt den baulichen Eigenheiten und Sehenswürdigkeiten des Ortskerns. Viele Motive sind längst Geschichte und verschwunden. Sie wurden abgerissen oder gefällt. Vielleicht, weil sie dem Straßenausbau im Wege standen. Oder eben nicht mehr in die Moderne passten und dem Zeitgeist nicht mehr entsprachen.


Blick aus Richtung Unterem Klein-Loh auf die Wohnhäuser von Pinn-Albert, Specks Gustav und Hoatze-Fritz (links). Martin Heimann hat dieses Bild 1958 gemalt. Rechts Hirzenhains zweitältestes Gebäude, die Kaltmühle, in einer Darstellung von Walter Baum.

Hirzenhain  hat im Laufe der  Jahre zahlreiche Kunstschaffende hervorgebracht, Maler, Zeichner, Grafiker, Bildhauer, Kunstgießer, Holzschnitzer, Graffiti-Aktivisten. Sie sind teils längst verstorben, aber sie leben in ihren Werken weiter. Die hängen zwar jetzt nicht unbedingt im Louvre, aber doch als Wandschmuck in vielen Wohnstuben. Andere sind verschollen oder existieren nur noch als verblichene Kopien. Wenn man etwas kramt und sucht, in alten Unterlagen, auf dem Dachboden oder verstaubten Aktenordnern, findet man sie.  Nicht immer und überall ist eine Zuordnung des Urhebers möglich. Kryptische Kürzel und/oder Initialen lassen allenfalls Vermutungen zu.

Aus diesen Hinterlassenschaften spricht die Liebe zum Heimatdorf. Ob auf Leinwand, schlichtem Papier oder Karton verewigt, als Holzskulptur oder auf Gussplatte daherkommend, in filigranen Linien oder schwungvollen, kühnen Pinselstrichen gehalten. Es sind Impressionen, die den Auswärtigen kalt lassen, für die Einheimischen aber umso bedeutsamer sind. Weil: Sie kennen die Ansichten aus eigener Anschauung. Und wenn nicht, dann doch aus Erzählungen.


Das “Kloah-Liehche” aus einer anderen Perspektive (links) Auch dieses Gemälde stammt von Walter Baum. Er hat es 1961 fertiggestellt. Von wem hingegen das Porträt der Dorfkirche mit altem Kindergarten und Pfarrhaus stammt, ist nicht bekannt. Das gilt auch für den Künstler, der die alte Dorflinde (rechts) ao malerisch in Szene gesetzt hat.

Beliebte und immer wiederkehrende Motive sind die evangelische Ortskirche, die alte Dorflinde oder die Johannesgasse mit dem „Happer Burn“, aus dem, wie man früher dem kaum aufgeklärten Nachwuchs weiszumachen pflegte,  die kleine Kinder kamen. Ob mit oder ohne Zutun des Klapperstorchs. Da ist die Kaltmühle, Hirzenhains zweitältestes Gebäude, das alte Backes, das früher einmal Schule war und längst dem Erdboden gleichgemacht ist. Und da wäre die malerische Rehgasse und, ja, der auch, der Fernsehturm Angelburg, der ja seine besten Jahre auch schon hinter sich hat und seines ursprünglichen Verwendungszwecks längst beraubt ist.  Nicht zu vergessen die im März 1945 von amerikanischen Jagdbombern in Brand geschossene Eschenburg, der „Turm des deutschen Bergmanns“.

Nicht in allen Fällen ist, wie dargelegt, nachvollziehbar, wer hinter all diesen Exponaten steckt. Bei Bäckermeister Walter Baum (1905 – 1966) ist der Fall jedoch klar. Der Mann zählte zu jenen Künstlern mit dem größten Output und hat viele Werke hinterlassen, in denen das alte Hirzenhain fortlebt. Aber der  Rudi Hermann, der „Schuutenboomer“, war dahingehend nicht gerade faul. Neben originellen, humorvollen undteils an Comics erinnernde Wandgemälde zählt das in Holz gebrannte alte Schuster‘sch Haus im Kirchweg zu seinen bedeutendsten Hinterlassenschaften. Während der später nach Düsseldorf „ausgewanderte“ Maler Martin Heimann dem alten Pinn-Haus ein Denkmal gesetzt hat.


Auchdie Herkunft des Rehgassen-Aquarells (links) ist nicht genau geklärt. Während die Johannesgassen-Ansicht mit dem “Happer Burn” (Mitte) von einem oder einer “v. Stein” signiert wurde. Den alten Dorfwinkel rechts hat Walter Baum 1934 gezeichnet.

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