post-title Schwester Elli: Liebe, Güte, Tatkraft 2018-03-14 17:41:45 yes no Posted by Categories: Unvergessen

Schwester Elli: Liebe, Güte, Tatkraft

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Gemeindeschwestern haben über viele Jahrzehnte hinweg das Rückgrat der gesundheitlichen Versorgung in Hirzenhain gebildet. Umso wichtiger war ihre Arbeit in Zeiten, als es hier noch keine Arztpraxis gab. Da waren die Diakonissen bei großen und kleinen Wehwehchen erster Ansprechpartner und übernahmen sowohl die Akut-, als auch die Nachversorgung. Dahingehend war die erste Etage des alten Kindergartens zuletzt eine gute Adresse.


Schwester Elli (Ebert) hatte auch bei den Kindergottesdienst-Kindern einen dicken Stein im Brett

Das Dorf hat im Laufe der Zeiten viele dieser selbstlosen Frauen kommen und gehen sehen. Darunter beherzte, burschikose und zupackende, aber auch zaudernde und introvertierte Vertreterinnen ihres Standes. Ebenso solche, mit denen nicht immer gut Kirschenessen waren. Aber zumeist hatte man Glück mit den Damen in den dunklen Gewändern und den weißen Häubchen, die sich da vom Frankfurter  Mutterhaus aus auf den Weg in das entlegene Höhendorf gemacht hatten, um für die dortigen Menschen da zu sein.

Das galt vor allem auch für eine gewisse „Frau Ebert“, die aber von Alt und Jung der Einfachheit halber nur „Schwester Elli“ gerufen wurde. „Ein wunderbarer Mensch voller Liebe, Güte, Tatkraft, Wissen und Lebenserfahrung“, urteilte ihr lokaler Dienstvorgesetzter damals. Und mit dieser Einschätzung stand der Pfarrer nicht alleine da.

Hilfe, Rat und Zuspruch

Die zierliche Dame war im Oktober 1968 als Nachfolgerin von Anna Heupel nach Hirzenhain gekommen und agierte,  basierend auf dem Fundament christlichen Samaritertums, die folgenden 15 Jahre  mit großem medizinischem Geschick, viel Einfühlungsvermögen und ansteckender Menschenliebe. Wie vielen hundert oder tausend Patienten bei ihr Hilfe, Rat und Zuspruch gefunden haben, lässt sich nicht mehr ermitteln.

Heute ist ja auch viel von „ganzheitlicher Medizin“ die Rede. An den ihr zu Grunde liegenden Prinzipen hat sich  diese großartige Frau schon damals aus Überzeugung orientiert. Und sogar mit fast 60 noch den Führerschein gemacht. Um ihr größer gewordenes Einzugsgebiet, das teilweise auch Eiershausen mit einschloss, abdecken zu können. Die evangelische Kirchengemeinde stellte ihr dafür einen aus Spenden finanzierten VW Käfer 1300 zur Verfügung, mit dem sie, das sei ausdrücklich vermerkt, niemals angeeckt ist.

Mit Erreichen des 70. Lebensjahres wurde Schwester Elli im September 1983 zurück nach Mainhatten beordert. Sie hat in Hirzenhain bleibenden Eindruck hinterlassen.

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