post-title Toter Stallhase
als Wiedergänger https://www.hirzenhain.net/wp-content/uploads/01-Hund-mit-Kaninchen.jpg 2018-03-11 11:55:03 yes no Posted by Categories: Anekdoten

Toter Stallhase
als Wiedergänger

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Toter Stallhase <br />als Wiedergänger

Wir sollten auch diese kleine Begebenheit noch erwähnen. Sie taucht in leicht abgewandelten Versionen auch in den Überlieferungen anderer Dörfer auf. Das heißt: Mehrere Orte reklamieren das “Copyright” für sich. An dieser Stelle ist natürlich die Hirzenhainer Variante relevant.

Die Polizeistunde hatte, als es selbige noch gab, längst geschlagen. Als die Wirtin eines renommierten, alteingesessenen Hirzenhainer Lokals ihre beiden letzten, keinen Heimgang findenden Gäste (Namen der Redaktion bekannt)durch viel gutes Zureden endlich hinaus komplimentieren konnte. Nun hatten die bierseligen und so schroff vor die Tür gesetzten Gemüter aber immer noch nicht genug und kamen überein, sich im Haus des einen noch einen Scheidebecher zu gönnen. Gesagt, getan.

Wiederbelebungsversuche zwecklos

Der Hausherr, nennen wir ihn Erwin, war stolzer Besitzer eines prächtigen Jagdhundes, dem er beim  Nachhausekommen noch einen kleinen  Auslauf im umzäunten Garten gönnte. Damit sich dieser noch etwas die Beine vertreten und hier und da mal eins heben könne. Derweil absolvierte der Mann mit seinem ebenfalls schon ziemlich promilleträchtigen Sparringspartner Paul noch einige Trainingseinheiten:  einarmiges Stemmen in der Dreiviertelliter-Klasse. Der Schreck war groß, als erwähnter Bello plötzlich mit einem ziemlich übel zugerichteten Kaninchen (oder ähnlichem Getier) im Maul in der Tür stand. Der Mümmelmann war mausetot. Da halfen auch keine Wiederbelebungsversuche.

Und das war der Moment, im dem dunkle schwarzen Wolken am sonst strahlendblauen Nachbarschaftshimmel auftauchten. „Des get biesen Ärjer“, schwante dem entsetzten Hausherrn Übles. Er hatte sogleich erkannt, dass das gerissene Langohr nur aus den Beständen des Nebenans stammen konnte. Um anschließend alle Hebel in Bewegung zu setzen, die Bluttat zu vertuschen. Die beiden wackeren Zecher waren zuvor von einem hellen Blitz der Eingebung erleuchtet worden. Sie wuschen den Kadaver säuberlich, bürsteten das wüst zugerichtete Fell und richteten das schlaffe Tier so her, dass jeder Maskenbildner stolz gewesen wäre. Besser hatte der Hase/oder das Kaninchen zu Lebzeiten auch nicht ausgesehen. Um ihn/es dann heimlich auf dem Nachbargrundstück in dem verwaisten Stall zu platzieren. Gerade noch mal gut gegangen. Mission possible.

Am nächsten Vormittag entwickelte sich dann über den Gartenzaun hinweg folgender Monolog, den wir des besseren Verständnisses wegen in Hochdeutsch rezitieren:  “Erwin, komm‘ mal rüber. Ich muss Dir unbedingt etwas zeigen. Mir ist da vielleicht etwas passiert. Gestern ist einer meiner Hasen verendet. Ich habe den dann im Misthaufen vergraben. Du wirst es nicht glauben: Heute Morgen saß der Kerl wieder in seinem Stall!”

 

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