post-title Werner Nickel: Ein Leben in Alarmbereitschaft 2018-03-15 17:40:02 yes no Posted by Categories: Unvergessen

Werner Nickel: Ein Leben in Alarmbereitschaft

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Man könnte jetzt die kühne These aufstellen, dass Hirzenhain ohne diesen Mann schon dreimal komplett abgebrannt wäre. Mindestens. Aber so weit hergeholt ist das gar nicht. Werner Nickel, der unvergessene Kommandant der Ortsfeuerwehr, hat zumindest einen großen Anteil daran, dass das Dorf, so wie wir es kennen, noch so steht wie es stand.


Über drei Jahrzehnte Ortsbrandmeister und Wehrführer: Werner Nickel gilt als „Vater“ der HIrzenhainer Feuerwehr

Er schuf die Grundlagen dafür, dass die Jungs (und Mädels) an der Spritze aktuell zu den am besten ausgebildetsten Einsatzabteilungen in weitem Umkreis zählen. Was sie sich selbst und ihren Mitbewohnern in der Vergangenheit wiederholt eindrucksvoll bewiesen haben. Und bei nicht gerade wenigen haarigen Gefahrenlagen profitierten sie und andere von dem sowohl ideellen, als auch ganz handfesten Erbe, dass ihnen ihr Vorbild hinterlassen hat.

Werner Nickel, Jahrgang 1929, war bereits als 20-järgiger zur blauen Truppe gestoßen, und zwar in dem Jahr, als die sich nach den Wirren des Krieges wieder neu formiert hatte. Zwei Jahre später betraute man ihm mit dem Amt des stellvertretenden Ortsbrandmeisters, 1957 wurde der dann die (unangefochtene) Nr. 1. Diese später in Wehrführer umbenannte Position bekleidete das Florianer-Urgestein mehr als drei Jahrzehnte lang.

Das waren Zeiten des kontinuierlichen Aufbaus und gewachsener Herausforderungen. Die Aufgaben, die eine Wehr erfüllen musste, wurden immer komplexer und vielschichtiger. Da wäre man ohne eine intensive Ausbildung und Nachwuchsförderung schnell an seine Grenzen gestoßen. Tat man aber nicht. Nicht von ungefähr wurde während Nickels Amtszeit  in HiHai die erste Jugendfeuerwehr des Kreises aus der Taufe gehoben. Es folgte eine der ersten Damenwehren des Landes.

Er war für viele ein Vorbild

Dass der Mann in Folge auch auf Kreisebene beim Katastrophenschutz Verantwortung übernahm, war die logische Konsequenz eines  der Feuerwehr gewidmeten Lebens. Die revanchierte sich mit allen Auszeichnungen, die sie zu vergeben hatte. Und das Land Hessen dankte mit dem Ehrenbrief. Dabei war der hoch dekorierte Brandschützer von seinem Naturell keiner, der sich gerne in den Vordergrund gestellt sah, geschweige denn viel Aufhebens von sich machte. Klar, er stand, wenn es galt, in der ersten Reihe, aber jedwede Form von Geltungsbedürfnis war ihm fremd. Vielleicht liegt hier auch der Grund, warum die Hirzenhainer Wehr für viele Vorbildcharakter hatte. Ihr Chef war ja selbst ein Vorbild.

Werner Nickel starb am 12. Juni 1995 im Alter von nur 65 Jahren nach kurzer, schwerer Krankheit. Das ist zwar schon eine Weile her, doch nicht nur im hiesigen Feuerwehrgerätehaus ist er allgegenwärtig.

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