post-title „Wille Säu“, und was
man dagegen tun kann… https://www.hirzenhain.net/wp-content/uploads/Wild.jpg 2019-04-19 16:49:44 yes no Posted by Categories: Blog, Unser Dorfleben

„Wille Säu“, und was
man dagegen tun kann…

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„Wille Säu“, und was <br />man dagegen tun kann…


Das Schild muss die Wildschweine schwer beeindruckt haben. Seitdem wurden sie nicht mehr auf dem Flugplatz gesehen.

Es ist ein Naturereignis. Eines von der unangenehmeren Sorte. Ein Phänomen, das unzyklisch auftritt, mitunter verheerende Folgen und Ausmaße zeitigt und dem man mehr oder weniger machtlos gegenübersteht. Säist Dau do de Säu im Goarde? Meist ist das nicht der Fall. Aber was diese Schweinepriester an Schäden hinterlassen, ist kaum zu übersehen. Dagegen ist offenbar kein Kraut gewachsen. Oder vielleicht doch?

Was so eine auf Kompaniestärke angeschwollene Rotte wilder Borstenviehcher binnen weniger Minuten an Verwüstung anrichtet, macht oft ein ganzes Jahr Gartenarbeit zunichte. In Hirzenhain sind die Folgen entsprechender Heimsuchungen aktuell noch überall zu beobachten innerorts ebenso wie in  der Randgemarkung. Der übermächtige Feind kommt meist im Schutze der Nacht. Nach Sonnenaufgang ist das Entsetzen dann jeweils groß.


Nach der nächtlichen Schwarzkittel-Heimsuchung dauerte es Wochen, bis die Schäden auf dem Fluggelände behoben waren.

Die Nimrods sind dem übermächtigen Gegner nicht gewachsen. Vielleicht weil er schlauer ist. Also ist Selbsthilfe angesagt. Fang- und Fallgruben im Garten auszuheben, verbietet sich. Zu riskant. Am Ende tappt die nichtsahnende Schwiegermutter noch hinein. Und Wachen aufzustellen, übersteigt alle personellen Ressourcen. Also setzen wir auf Chemie und olfaktorische Abschreckung. Die vermeintlichen Wundermittel heißen „Wildsperre“, „SoNaPro“ oder „Borstenschreck“. Gibt’s flüssig oder als Granulat im einschlägigen Fachhandel. Und natürlich bei Amazon.  Aber ob das Zeugs tatsächlich wirkt, darüber gehen die Meinungen auseinander. Die einen sagen so, die anderen so.

Die Hirzenhainer Segelflieger sind vor einigen Jahren einen anderen Weg gegangen. Sie setzten dabei in ihrer Verzweiflung auf eine Kombination aus Appell und Drohung. Nachdem ihr Fluggelände mal wieder von einer außer Rand und Band geratenen Meute Schwarzkittel regelrecht umgepflügt worden war, stellten die Luftsportler Warnschilder auf. Die waren handbeschrieben, die Botschaft auf Platt verfasst, aber unmissverständlich: „Häi nitt roiseln!!! Missgebierder! Schinneeser! Wuil! Häi fläje Segelfliecher! Häi irren Fluchblads!! Arschlechcher!

Gut, das war jetzt nicht unbedingt streng nach Lehrbuch in lupenreinem Hirzenhainer Idiom gehalten. Aber man musste ja auch davon ausgehen, dass es sich bei den Übeltätern nicht nur um Hirzenhainer Säue handelte, sondern auch  um solche aus den umliegenden Ortschaften. Und dort gelten für bestimmte Begriffe halt unterschiedliche Schreibweisen. Aber die Adressaten hatten die Message wohl verstanden und haben sich seitdem auf dem Fluggelände nicht mehr blicken lassen. Toi! Toi! Toi!   Sollten sie es doch noch einmal tun, hilft eigentlich nur noch eins: Handauflegen.


An vielen Stellen der Hirzenhainer Orts- und Außengemarkung haben die Borstenviehcher Spuren der Verwüstung hinterlassen.

 

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